Weltuntergang

Noch lang, nachdem der letzte Mensch gestorben ist,
Noch lang, nachdem kein Tier mehr lebt, wie wir es kennen,
Wird diese Sonne über unserm Himmel brennen,
Und Bahnen ziehen, die kein Astronom vermisst.

Noch lang, nachdem die Sonne ausgebrannt, verzwergt
Die letzten Strahlen auf die kahle Erde sendet,
Auf der das Leben vor Äonen schon verendet',
Auch dann noch werden Sterne leuchten, unbemerkt.

Noch lang, nachdem die Galaxien explodieren,
Nachdem das letzte Licht erlischt und sich verliert
Und nur noch kalter Staub ins Leere diffundiert,
Ist doch des Urknalls letztes Echo noch zu hören.

Wann ist die Welt zu Ende? Wann ist eigentlich
Der letzte Vorhang zu? Wenn keine Menschen mehr
Die Sterne zählen? Brauchen die uns denn so sehr?
Stirbt mit dem Leben auch der Sinn, und mit dem Ich?

Was ist die Welt, wenn keiner mehr sie sehen kann?
Für mich stirbt alles, wenn ich selber nicht mehr bin,
Und gebe ich ihr keinen, hat sie keinen Sinn.
Ist jeder Tod für eine Welt ein Untergang?

Dann gab es schon millionenmal den letzten Tag
Und wird ihn noch milliardenfach und wieder geben.
Solang auf irgendeiner Welt noch Menschen leben
Und sterben, stirbt die Welt, was sonst auch kommen mag.

Und wenn ich sterbe, kann ich doch in Ruhe gehen,
Denn wenn auch meine Welt mit mir zu Ende ist,
So weiß ich doch, dass nach mir du noch immer bist,
Und dass nach deiner Welt noch andere bestehen.

Ein Leben ist so kurz, und unser Geist so klein,
Dass wir das All in seiner Dauer nicht begreifen,
Dass wir von seiner Größe, die wir doch nur streifen,
Nichts wissen können, reden wir uns das auch ein.

Die Welt wird untergehen. Soviel ist gewiss.
Denn jeder, der heut lebt, wird einmal nicht mehr sein,
Und seine Welt nimmt jeder in sein Grab hinein.
Die Welt wird weitergehen, ohne jeden Riss.

Noch lang, nachdem der letzte Mensch gestorben ist,
Noch lang, nachdem kein Tier mehr lebt, wie wir es kennen,
Wird diese Sonne über unserm Himmel brennen,
Und Bahnen ziehen, die kein Astronom vermisst.

Noch lang, nachdem die Sonne ausgebrannt, verzwergt
Die letzten Strahlen auf die kahle Erde sendet,
Auf der das Leben vor Äonen schon verendet',
Auch dann noch werden Sterne leuchten, unbemerkt.

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Genres:
* Poesie *


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