Nightwalk


Es ist Nacht, die dunklen Häuser sind unbeleuchtet, niemand ist mehr wach in der Alten Stadt. Maresa wandert durch die finsteren Gassen, ihr langer, schwarzer Mantel flattert im Wind, ihre schwarzen Haare sind zerzaust, ein blankes, abgenutztes Messer hält sie in der rechten Hand.

Ihre wachsamen Augen suchen einen Weg durch die Dunkelheit, durch die engen Gassen in dieser schwarzen, bedeckten Nacht, in der nicht einmal der Mond oder die Sterne der Welt ein wenig Beleuchtung schenken.

Es ist kalt, auf den Pfützen ist Eis, Eiszapfen hängen überall in der Stadt, geschneit hat es dieses Jahr jedoch noch nicht. Maresa fröstelt und sie zieht ihren schwarzen Schal vors Gesicht, um es vor dem beißend kalten Nachtwind zu schützen.

Seid Tagen schon ist sie nun auf der Flucht, Nachts unterwegs, am Tag versteckt sie sich irgendwo, damit niemand sie sieht. Trotzdem wissen sie, wo sie ist, sie kommen näher.

Ohne ein Geräusch zu machen, schleicht sie sich durch die Stadt, entlang an geschlossenen Geschäften und heruntergelassenen Rolläden, durch die Dunkelheit der Nacht.

Sie hört Schritte hinter sich, schreckliche Schritte in der Dunkelheit, ganz leise und doch für ihr geschärftes Gehör unüberhörbar. Eine innere Stimme sagt ihr, daß es ihre Verfolger sind, die ihre Spur aufgenommen haben und sie fangen wollen, irgendwo zwischen den Häusern der Alten Stadt.

Deutlich kann sie die Geräusche von mehreren Leuten unterscheiden, mindesten fünf sind es, vielleicht auch sieben oder acht, sicherlich nicht mehr. Sie wollen hier im Zentrum der Alten Stadt kein Aufsehen erregen. Ihrer Mission wäre es ziemlich schädlich, wenn zu viele Leute davon etwas mitbekommen.

Maresa hat Angst, Angst vor den Leuten und Angst vor dem, was sie mit ihr machen werden, aber am meisten hat sie Angst, daß sie es nicht durchhält und ihnen verrät, was sie wissen wollen, denn dann war alles umsonst. Die Folterinstrumente, Elektroschocks, Schraubzwingen, alles, was man sich nur vorstellen kann und auch das, was jenseits der menschlichen Vorstellungskraft ist.

Lauter werden die Schritte, deutlicher kann Maresa sie unterscheiden, zwei ziemlich schwere Leute, Männer mit stählernen Muskeln und weniger Grips als einer Bergziege, drei leichtere Personen, wahrscheinlich Experten mit geräuschlosen Waffen, darauf programmiert, das Opfer zu betäuben, damit es später verhört werden kann. Außerdem kann Maresa eine leichtere Person erkennen, mit federndem Gang und großen Schritten, ein Frau, wahrscheinlich informiert sie ihren Befehlshaber über die Fortschritte der Mission.

Maresa beschleunigt ihren Gang, eilt durch die verlassenen Straßen und hofft, daß nichts im Weg steht, über das sie stolpern könnte. Gefährlich ist es, schnell im Dunkeln durch die Alte Stadt zu gehen, doch alles ist besser, als von den Verfolgern geschnappt zu werden.

Immer näher kommen die Schritte, obwohl Maresa ihre Flucht weiter beschleunigt, durch die Straßen rennt, um den Verfolgern zu entgehen, doch ohne daß die Verfolger ihren Gang ändern, kommen sie ihr immer näher.

Immer schneller läuft Maresa, doch die Verfolger nähern sich immer mehr. Sie kommen immer noch näher und näher.

Sie hört ein dunkles, schadenfrohes Lachen.


hoch

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Genres:
* Prosa * Horror *


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