Das Glas Wasser #2 – im Dorf


Daniel und Sandra sitzen bei Sandra zuhause. Sie hat ein Zimmer im Haus ihrer Eltern. Die beiden sind heute schon genau fünf Monate zusammen.

"Hast du Durst," fragt sie Daniel.

Er schaut sie an. "Wenn du etwas holst, kannst du mir ja ein Glas Wasser mitbringen."

"Kein Problem." Schade, dass er keinen Alkohol trinkt, denkt sie sich. Bevor sie ihn kennen gelernt und sich schrecklich in ihn verliebt hat, war sie fast jeden Freitag und Samstag besoffen. Bei ihnen im Dorf war das normal, in kleinen Orten wie ihrem hat man eben keine Alternative. Wie sonst könnten sie bei fünfhundert Einwohnern vier Kneipen haben?

Und dann hat sie Daniel kennen gelernt. Diesen supersüßen Kerl, der überhaupt keinen Alkohol trinkt. Naja, er kommt ja auch aus der Stadt. Und dass er keinen Alkohol trinkt, hat nichts zu sagen, denn in der Stadt gibt es Alternativen. Durch ihn Joints und Pillen ein Thema bei ihnen im Ort. Man wusste zwar vorher auch schon, das es so was gibt, wäre aber nie auf die Idee gekommen, es selber mal zu versuchen.

Vielleicht hatten meine Eltern doch recht, denkt sich Sandra, als sie in der Küche ankommt. Ihre Eltern mochten ihn nicht, weil er aus einer der schlechtesten Gegenden der Stadt kommt, die man fast als Slum bezeichnen könnte. Sie meinten, er wäre kein guter Einfluss für sie. Das typische Romeo-und-Julia-Syndrom, dachte Sandra. Aber wie sie dann festgestellt haben, dass er keinen Alkohol mag, waren sie plötzlich mit ihm einverstanden. Und von den anderen Sachen wissen sie ja nichts.

Für Sandra ist das kein Problem, kiffen wollte sie schon ausprobieren, seit sie das erste Mal in der Schule etwas davon gehört hat. Und mit Pillen hat sie schlechte Erfahrungen. Irgend etwas war da drin, dass ihren Zähnen nicht gut bekommen ist und danach hatte sie zwei Wochen Zahnschmerzen. Daniel meinte dazu, das er noch eine kennt, der es so ging. Da das sehr schmerzhaft war, hat sie es kein zweites Mal mehr versucht.

Sie nimmt zwei Gläser und eine Flasche Wasser und geht zu Daniel zurück. Seit sie zusammen sind, nimmt er auch erheblich weniger Drogen, da er nicht mehr so oft mit seiner alten Clique zusammen ist. Sandra gefällt es, dass er lieber bei ihr ist. Sie freut sich schon darauf, wenn sie gleich bei ihm ist, mit ihm unter einer Decke. Er ist dann immer so toll, dass sie glaubt, das es keinen besseren Freund als ihn geben könnte.


hoch

------------------------------------------------------


Genres:
* Prosa * Liebe *


------------------------------------------------------

Hier könnt Ihr dem Autor Feedback zukommen lassen.

Eure Emailadresse für Rückfragen (optional):

Euer Name

Hier ist ganz viel Platz für Eure Anmerkungen: