Das Glas Wasser #4 - im Weltraum


"Wo bekomme ich denn hier ein Glas Wasser," hat John einen Träger, so einen neumodischen Roboter, wie sie heute auf allen Raumstationen, die nicht gerade aus der Anfangszeit der frühen, ursprünglichen Zivilisation, Mitte des 21. Jahrhunderts, stammen, üblich sind und die mit ihrer einprogrammierten Freundlichkeit, die bisher von nichts übertroffen wird, was im übrigen, und das ist wohl auch beabsichtigt gewesen, durch sein äußeres Erscheinungsbild, einen holographischen Anzug mit allem drum und dran, wie es sich für einen modernen Roboter, denn das sind die Träger sicherlich, gehört, gefragt und dabei eine Antwort bekommen, die so unverständlich, da der Roboter ihm den Weg mit Winkelangaben und Standortminutenwegabschnittseinteilungen beschrieben hat, war, daß John dachte, er wäre irgendwie besoffen oder mit Drogen vollgepumpt, was durchaus nicht so abwegig ist, da es ja Drogen gibt, die nicht abhängig machen und die auch, seit den großen Reformen Anfang des Jahrhunderts, legal zu erhalten sind, im Gegensatz zu jenen illegalen Drogen, die abhängig machen, weil sie eine wesentlich bessere Wirkung haben, sagt man, und weil John vor kurzer Zeit, genaugenommen vor drei Tagen, erst welche genommen hat, weil er mal wieder die Raumkrankheit, jenen Anflug von Raumkoller, der schon so viele Menschen in den Wahnsinn getrieben hat und der dazu führt, daß man keine weiten Reisen durch den Raum mehr machen darf, was John um alles in der Welt verhindern will, da er für sein Leben gerne reist und sonst auch nicht viel hat, was ihm Spaß macht, wobei es illegal ist, die Raumkrankheit mit Drogen oder drogenähnlichen Mitteln zu unterdrücken, da jemand mit Raumkoller ein großes Sicherheitsrisiko, das größte, das es zur Zeit in der Raumfahrt gibt, ist und so eigentlich nicht auf ein Raumschiff gehört, was aber, so illegal es auch sein mag, nicht ungewöhnlich ist, und ihn, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, wo er sein Glas Wasser, das er doch so dringend benötigt, im Dunkeln läßt, was ihn dazu veranlaßt, den Träger zu fragen, ob dieser ihn hinführen kann, da er, so sagt er dem Träger, sich nicht auskennt und, wie es ja eigentlich, das hat sich in den letzten Jahrhunderten nicht geändert, auch für Menschen üblich ist, keine Winkel und Standardirgendwaseinteilungen sehen kann und deswegen seine Angaben nicht verstanden hat, was der Roboter damit beantwortet, daß er eine Klappe an der Wand öffnet, etwas eintippt und dafür ein Glas Wasser erhält, welches er John gibt.


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Genres:
* Prosa * Science Fiction *


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