Rotkäppchen, die Komödie

1. Akt

1. Szene

Rotkäppchen, Mutter

Ein Zimmer, Rotkäppchen in Wanderkleidung, Mutter mit Picknickkorb.

M: Liebes Rotkäppchen, dies ist ein Picknickkorb für deine Großmutter.

R: Oh, das ist schön, da wird sie sich aber freuen, wenn du ihn ihr bringst.

M: Eigentlich dachte ich, das du...

R: Mutter! Du weist doch, ich habe heute einen Temrin.

M: Du und deine Termine immer!

R: Heute ist aber wirklich wichtig.

M: Das sagst du immer.

R: Ist ja auch wahr.

M: Du gehst heute zu deiner Großmutter, keine Wiederrrede!

R: Aber mein Termin.

2. Szene

Die vorherigen.

Es klingelt. Lumpensammler kommt rein.

L: Sammle Lumpen!

R: Kommst du auch in den Wald?

L: Ja, klar. Ich sammle überall.

R (zwinkert ihm zu): Oh, schön, dann kannst du ja meiner Großmutter, den Picknickkorb bringen.

M(erbost): Rotkäppchen!

R: Was denn Mutter?

M: Du gehst selber.

L: Haben sie jetzt Lumpen für mich oder nicht?

R: Geh ich nicht. Ich sehe nicht ein, warum...

M: Doch, und jetzt nimm den Korb.

R: Neine!

M: Doch!

R: Nein!

M: Ich muss gleich auf den Markt!

L: Was ist nun mit Lumpen?

R: Dann geh doch, dann kannst du danach zur Großmutter.

M: Wenn du nicht gleich gehst, gibts Stubenarrest.

R(quengelig): Och Mutter!

M: Los, geh jetzt!

Rotkäppchen nimmt den Korb. Ab. Mutter ebenfals ab.

3. Szene

Lumpensammler alleine im Zimmer

L: Weg sind sie und ich stehen hier und weiß immer noch nicht, ob sie Lumpen für mich haben. Und ausserdem hab ich Hunger. Hmm, das Rotkäppchen ist auf dem Weg in den Wald, so ganz allein. Vielleicht könnte ich, wenn ich schnell bin... Ja, das könnte klappen, jetzt aber nichts wie los.

Ab.

2. Akt

1. Szene

Waldrand. Rotkäppchen kommt singend an.

R: Ach mein liebes Mütterlein
Musst du denn so böse sein
Ach wäre ich auf der Welt allein
Ich würde einfach glücklich sein.

Nur ein Junge, der mich liebt,
mir Küsse und das andre gibt,
und mit mir ne Nummer schiebt
und dem Jäger auf die Nase gibt.

Ich werd doch nicht zu Hause bleiben
Und dem Kerl nur Briefe schreiben
Ich will es mit ihm einfach treiben
Und mein eignes Leben schreiben.

Im Wald kann mir doch nix passieren,
mich soll hier meine Nase führen
Mein roter Hut tut mich verzieren
Und den Wolf will ich verführen!

2. Szene

Rotkäppchen, Jäger kommt hinzu

J: Hallo Rotkäppchen!

R: Hallo Herr Jäger!

J: Wo bist du denn hin unterwegs?

R: Ach wissen sie, ich muss zur Großmutter.

J: Warum denn dann so traurig.

R: Naja, eigentlich wollte ich, ... aber, meine Mutter meinte, das ich doch lieber zur Großmutter solle.

J: Magst du deine Großmutter denn nicht?

R: Doch schon, aber den Hannes mag ich mehr. Und heute wollten wir, .... da fällt mir ein, könnten Sie nicht vielleicht? ... Sie sind doch immer im Wald unterwegs und kommen doch auch bestimmt beim Haus der Großmutter vorbei.

J: Da war ich heute schon, geh mal lieber selber hin, da freut sie sich bestimmt.

R: Sie sind so unspontan! Naja, trotzdem schönen Tag noch.

Rotkäppchen singend und trödelnd ab.

3. Szene

Jäger, Lumpensammler kommt hinzu.

L: Sammle Lumpen!

J: Hallo Herr Lumpensammler!

L: Hallo! Haben sie vielleicht Lumpen für mich?

J: Hier im Wald? Da gibts keine!

L: Ich wollte mal bei Rotkäppchens Großmutter anfragen.

J: Oh, gute Idee, die alte Frau hat bestimmt was für da.

L: Meinen sie?

J: Wenn sie Glück haben, läd sie Sie sogar zum Essen ein. Sie kocht gut und ist echt nett. Wenn sie hinkommen, grüßen sie Rotkäppchen von mir, die ist nämlich auf grade dahin unterwegs.

L: Mach ich. Versprochen!

J: So, jetzt muss ich aber wieter.

L: Schönen Tag noch.

Jäger ab. L eilig hinter Rotkäppchen hinterher.

3. Akt

1 Szene

Großmutters Küche. G am Herd.

L: Sammle Lumpen!

G: Oh, schön das sie mich besuchen kommen.

L: Ist doch ehrensache.

G: Möchten Sie was Essen? Ich habe Braten und Klöße gemacht.

L: Oh ja, gerne.

G deckt den Tisch.

G: Setzen Sie sich doch.

L setzt sich, sie fangen an zu essen.

L(mit vollem Mund): Vorzüglich. Sie sind eine wunderbar Köchin.

G: Oh, wie charmant von ihnen.

L: Wissen Sie, ich hätte Ihnen ein Angebot zu machen. Schauen Sie.

L holt etwas aus seinem Sack. G beugt sich darüber. L schlägt mit einer Keule zu, G fällt zu Boden.

2. Szene

Lumpensammler schiebt Großmutters Füße, die noch rausschauen, in den Sack und verschnürt ihn.

L: Super, die Alte kann kochen. Das kann sie dann immer für mich machen. Und wenn der junge Hüpfer kommt, dann nehm ich die auch mit. Mit der werde ich bestimtm viel Spaß haben.

L kramt in Großmutters Schrank.

L: Und wenn ich die nicht gezähmt kriege, ich kenne das wen, der bestimmt viel Geld für sie bezahlen würde...

L nimmt Großmutters Unterwäsche und zieht sie über seine eigene Kleidung.

L: Hm, noch zwei paar Socken für oben rum, dann müssten es passen.

Er steckt Socken in den BH, zieht dann Bluse und Schürze an.

L: So müsstes passen. Das Kopftuch tief ins Gesicht gezogen und jetzt schnell ins Bett.

4. Akt

1. Szene

L in Großmutters Bett, draußen Schritte

R(von draußen, ruft): Großmutter! Großmutter!

L(mit verstellter Stimme): Kiiiindchen!

R: Ich bringe dir Kuchen und Wein!

L: Sehr schön!

R: Soll ich reinkommen?

L: Ja Kindchen, ich bin krank, Kindchen!

R(angeekelt): Krank? Hoffentlich nichts ansteckendes?

L: Nein nein, komm ruhig rein!

2. Szene

R kommt ins Zimmer

R: Hallo Großmutter. Hier ist dein Picknickkorb mit Kuchen und Wein!

L: Schön, stell es auf den Tisch.

R stellt den Korb ab, tritt ans Bett.

R: Großmutter, wo hast du deine Brille?

L: Ich bin krank, da brauch ich die nicht!

R: Und was ist mit deiner Nase passiert?

L: Das ist ja meine Krankheit.

R: Oh, arme Großmutter. Sag mal, hast du trainiert? Du siehst so muskulös aus.

L: Nein, das ist damit ich dich besser fangen kann!

L zieht einen Knüppel unter der Decke hervor und brät Rotkäppchen eins über.

3. Szene

L verschnürt R gefesselt im Sack bei der Großmutter. Geht zum Tisch und schaut in den Korb.

L: Oh, ein Bordeaux, bestimmt ein gute Jahrgang!

L öffnet den Wein und trinkt.

L: Sehr schön, ne Köchin und ein junges ding. Und jetzt auch noch lecker Wein! Bin ich ein Glückspilz.

L trinkt die Flasche leer, dann stolpert er, die zwei Säcke hinter sich herziehend, raus.

5. Akt

1. Szene

L liegt auf dem Hof vor dem Haus. Schnarcht. Die Säcke liegen neben ihm. Jäger kommt auf die Lichtung.

J: Oh, da liegt ja der Lumpensammler. Ob er hier wohl Lumpen gesammelt hat? Sieht fast so aus mit den vollen Säcken. Aber warum schläft er draußen? Hat die Großmutter ihm kein Bett angeboten?

R bewegt sich ein wenig im sack und stöhnt leise, aber hörbar.

J: Was ist das?

J tritt näher, schaut in den Sack.

J: Rotkäppchen?

Er befreit R und G.

2. Szene

R und G strecken sich und reiben ihre Köpfe.

G: Dieser böse Schuft!

J: Wisst ihr was? Wir füllen die Säcke mit Steinen, um ihn zu ärgern.

R: Au ja, das ist toll!

Sie sammeln Steine und stopfen sie in den Sack.

J: Und jetzt verstecken wir uns im Gebüsch und beobachten ihn.

J,R und G ab ins Gebüsch.

3. Szene

L streckt sich und wacht auf.

L: Man, hab ich nen Kater. Und Brand wie ne Bergziege.

Er nimmt die zwei Säcke und schleift sie hinter sich her zum Brunnen.

L: Oh, Wasser!

Als er sich über den Brunnen beugt, verliert er das Gleichgewicht und fällt hinein, die Säcke hinter sich herziehend. Ein lautes Platsch ist zu hören.

J, R und G kommen aus ihrem Versteck und jubeln.

hoch

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Genres:
* Märchen * Drama *


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