Linda und der Arzt

oder: Wie kitschig kann eine Geschichte sein?

Die Sonne ging hinter den Bergen unter, als sie sich trafen. Linda wohnte auf dem Hof ihrer Eltern und sammelte Porzellanpuppen. Ihren Eltern gehörte ein Reiterhof inklusive einer Alm auf den Bergen. Jeden Tag musste sie die Pferde ausreiten, wenn nicht genug Besucher da waren, die dies machten.

Auch an diesem Tag musste sie die Pferde ausreiten und kam grade auf ihrem Lieblingshengst Beauty von der Alm zurück. Da stand er vor ihr. Groß, Blond und sehr hübsch! Und sein Anzug – hmm, war der Mann gut gekleidet!

Ihre Blicke trafen sich, grad als die Sonne hinter den Bergen verschwand. Und dann war sie mit ihrem Pferd an ihm vorbei. Sie schaute sich noch um, doch er schaute ihr nicht hinterher. Doch grade, als sie sich wieder umdrehen wollte, wendete er seinen Kopf und schaute sie an. Dann lief Beauty um eine Hausecke und der Fremde war verschwunden.

Als sie nach Hause kam, warteten ihre Eltern schon auf sie.

"Liebste Tochter," meinten sie zu ihr. "Wir haben dir eine Mitteilung zu machen."

Da war das Mädchen sehr erschreckt über den ernsten Ton der Eltern. "Wir haben den Hof verkauft, denn wir haben ein sehr gutes Angebot dafür bekommen."

"Den Hof verkauft? Aber.. ihr könnt doch nicht!"

"Wir ziehen dann in eine kleine Wohnung in der Stadt..."

"Und die Pferde?"

"Die haben wir natürlich mit verkauft."

"Ihr könnt dich nicht – Beauty! Und die anderen! Das... das..."

Weinend rannte sich aus dem Haus und in den Stall.

"Oh Beauty... Das ..." Sie brach wieder in Tränen aus, als sie das Pferd aus dem Stall führte.

Stundenlang galoppierte sie über die Berge, von einer Alm zur nächsten, bis sie im Mondenschein auf die höchste Alm über der Stadt kam. Dort hielt sie an und ließ Beauty verschnaufen, während sie weinend im Gras saß.

Als sie so da saß, hörte sich plötzlich Schritte hinter sich. Doch sie wollte niemanden sehen, also versteckte sie ihren Kopf zwischen den Knien und weinte weiter. Dann sprach sie eine wohlklingende Stimme von hinten an. "Eine schöne Frau wie du sollte nicht weinen müssen..."

Daraufhin schaute sie sich nun doch um. Es war der schöne Fremde von vorhin, der unter dem Sternenhimmel vor ihr stand. "Ach, es ist alles so schrecklich..."

Und dann erzählte sie dem schönen Fremden von ihren Eltern und dem Hof und von Beauty und den anderen Pferden. Der Fremde setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm, um sie zu trösten.

Sie beruhigte sie ein wenig und kuschelte sich enger an seine starken Schultern. Sie schaute ihm in die Augen. Die Sterne spiegelten sich darin. Er war einfach so toll, dachte sie. Dann näherten sich ihre Köpfe und er küsste sie. Im ersten Moment war sie überrascht, dann erwiderte sie seinen Kuss.

Als sie sich wieder voneinander trennten, beruhigte er sie. "Das ist alles halb so schlimm."

"Aber unser Hof..."

"Da könnt ihr natürlich wohnen bleiben, wenn du mich heiratest, denn ich bin der, der den Hof gekauft hat."

"Oh, wie schön. Natürlich heirate ich dich. Und das würde ich auch ohne den Hof machen..."

Und so stiegen beide zusammen auf Beauty und ritten zurück auf ihren Hof.

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Genres:
* Prosa * Liebe *


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