Fahrplan für Musik von der Nymphe der absurden Argumentation über Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild

"Fahrplan für Musik von der Nymphe der absurden Argumentation über Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild" ist der Titel eines Liedes, dass ernst gemeint war, dann aber im Laufe der Geschichte zum sinnlosesten Musikstück der Welt gekürt wurde. Doch ich sollte von vorne anfangen zu erzählen.

Es fing damit an, dass Andreas bei einer Technoparty war. Er fand die Musik toll und dachte sich. "Ex, das kann ich doch auch, und zwar viel besser." Und so hat er am nächsten Tag im Internet ein entsprechendes Programm runtergeladen, mit dem er elektronische Musik herstellen konnte. Es war eigentlich ganz einfach, ein Stilelement nach dem anderen kam hinzu und wiederholte sich dann in einer Endlosschleife. "Umz umz umz Taratta Taratta Taratta Dideli Diedelü Dideli Didelü" und so weiter. Nach fünf endlosen Stunde war er endlich fertig.

Als er sich grade eine Pizza im Ofen machte, klingelte es. Es war sein Freund Henry, der zufällig in der Gegend war. Voller Stolz spielte Andreas ihm sein Lied vor.

"Wie heißt es", wollte Henry wissen.

"Weiß nicht", entgegnete Andreas. "Darüber habe ich noch nicht nachgedacht", entgegnete Andreas. "Wie wäre es mit 'Namensschild'?"

"Namensschild?" Henry klang sehr skeptisch.

"Ja, Namensschild", erklärte Andreas. "Wenn das Lied ein Erfolg wird, kennen mich alle von diesem Lied. Also wird es in Zukunft so etwas wie mein Namensschild sein."

Henry war weiter skeptisch. "Für mich klingt das sehr beliebig. Ich meine - Namensschild - das ist doch fast wie Anstecker oder Sakko oder was weiß ich - Wassermelonen. Völlig egal eben."

"Ich weiß, wie ich's nenne", erklärte Andreas daraufhin. "'Namensschilder für Wassermelonen'. Dann können die ganzen Punks das toll finden, die da immer fordern, dass Polizisten Namensschilder tragen sollen. Und Wassermelonen als Synonym für Polizisten ist dann auch neu. Das ist dann voll politisch!"

"Politische Musik? Nee, das ist mir zu doof. Ich finde, Techno muss unpolitisch sein. Wie wäre es mit 'Wassermelonen und Namensschilder'?" Dann klingelte Henrys Handy. Sein Mitbewohner war dran.

"Hallo? ... Ach, du! ... Nee... Nee - ähm - ja, doch ... ein Topf?" Dann ungläubig: "Ein Topf! Du hast sie ja nicht mehr alle! ... Nee ... Wirklich ... Ausgerechnet ein Topf!... Du bist mir auch so ein Topf!" Während des Gespräches ist Henry immer lauter geworden. Dann legte er entnervt auf. "Töpfe!"

"Töpfe?" wollte Andreas dann wissen.

"Ja, Töpfe!"

"Und Wassermelonen und Namensschilder!" Sie schauten sich beide an und mussten lachen.

"Nun heißt das Lied 'Töpfe, Wassermelonen und Namensschilder'?"

Andreas dachte kurz darüber nach, dann korrigierte er: "Es ist nur ein Namensschild. Also: 'Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild'".

"Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild" wiederholte Henry langsam. "Lass es uns nochmal anhören."

Und so hörten sie sich das Lied noch einmal an: "Umz umz umz Taratata..." und so weiter.

"Ich weiß, wie der Titel noch treffender wird", erklärte Andreas danach. "Nämlich: 'Musik über Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild'."

"Dann brauchst du aber auch noch einen gute Künstlernamen."

"Ich? Was für einen Künstlernamen?"

"Naja", erklärte Henry, "irgendwas geheimnisvolles wie Leto von Sennestedt oder sowas."

"Was ist ein Leto", wollte Andres dann wissen.

"Nun ja, das war irgend so eine Figur aus der griechischen Mythologie. Vielleicht eine von denen, mit denen Zeus gepoppt hat."

"Nee, das ist mir zu speziell. Ich will lieber was bekanntes, so wie Sirenen oder Musen oder sowas."

"Nymphen?"

"Die Nymphe von Sennestedt? Ja, warum nicht."

"Dann kannst du das Lied ja 'Musik von der Nymphe von Sennestedt über Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild' nennen", schlug Henry vor. Und so wurde der Titel wieder um ein paar Wörter länger.

Dann klingelte es erneut und Franky stand vor der Tür. Er war mit Andreas zum Zocken verabredet und musste sich nun natürlich sein Lied anhören.

"Boah, das klingt wie'n Fahrplan, wie man Musik macht."

"Fahrplan für Musik?" fragte Henry dann.

"Das ist doch super als Titel dann: 'Fahrplan für Musik von der Nymphe von Sennestedt über Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild'."

"Was für ein Titel", staunte Franky da. "Wie seid ihr denn da drauf gekommen?"

Und so erzählten Andreas und Henry die Geschichte, wie sie sich den Leidtitel ausgedacht hatten.

"Was für eine absurde Argumentation! Vielleicht solltest du als Künstlernamen nicht 'Nymphe von Sennestedt' sondern 'Nymphe der absurden Argumentation' nehmen."

Und so kam es, dass Andreas sein Lied mit dem Titel 'Fahrplan für Musik von der Nymphe der absurden Argumentation über Töpfe, Wassermelonen und ein Namensschild' im Internet hochlud.

Zwei Jahre später bekam er dann von den Betreibern der Webseite eine Mail mit dem Wunsch nach einem Interview. Sie hatten das Lied, das er schon völlig vergessen hatte, nämlich zum sinnlostesten Musikstück der Welt gevotet. Und so wurde Andres dann doch noch bekannt.

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Genres:
* Prosa *


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