Bananagirl und der König der Bohnenlemminge

"Bananagirl! Du musst sofort mitkommen!"

Jemand schüttelte Bananagirl.

"Noch fünf Minuten schlafen", brummte sie zur Antwort.

"Aber Beantown ist in schrecklicher Gefahr!"

Jetzt erkannte sie die Stimme auch, es war Snacky Cracky, ihr Sidekick.

"Uaargh!" stöhnte Bananagirl und streckte sich erstmal. "Was ist denn nun schon wider los?"

"Eine Bohnenlemmiginvasion! Sie fressen die ganzen Bohnen von Beantown! Du musst helfen!"

"Bohnenlemminge?"

"Ja, Bohnenlemminge!"

"In Beantown?"

"Genau."

"Muss ich die Stadt wirklich retten? Du weißt doch, dass da letztens dieser Typ mich verfolgt hat. Und der kam doch aus Beantown. Vielleicht fressen die Viehcher den ja?" Der hoffnungsvolle Ton in Bananagirls Stimme ist nicht zu überhören.

"Aber die ganzen Leute dort... Du bist die einzige, die sie vor der Invasion retten kann!"

"Aber doch nicht so früh am Morgen. Warum musste denn ausgerechnet ich als Kind mit den blöden Bananen vom Atomkraftwerksgelände gefüttert werden. Hätten meine Eltern mich nicht wie jedes andere Kind auch mit Babybrei füttern können?"

Snacky Cracky stöhnte. Darüber beschwerte sie sich schon, seit er sie kannte. Aber letztendlich schaffte sie es am Ende doch immer, die Stadt zu retten. Und auch diesmal wieder quälte sie sich schließlich aus dem Bett. "Bohnenlemminge! Ich dachte, die wären ausgestorben und auf den Mond verbannt worden oder sowas..."

Die ganze Zeit, während sie sich anzog, fluchte Bananagirl. Eigentlich sollten so junge Frauen nicht so viel fluchen, dachte sich Snacky Cracky, aber Bananagirl hielt sich ja nie an das, was sie tun sollte. Schließlich war sie soweit fertig, dass sie sich auf den Weg zum Fluss machten.

Beantown lag ein gutes Stück flussabwärts, und natürlich musste Snacky Cracky wieder rudern und steuern, während Bananagirl vorne saß und den Fluss entlang schaute und dabei ununterbrochen fluchte, über ihre Eltern und die Bohnenlemminge und das Wetter und die Gegend und den Regenwald, wegen dem es keine Straße nach Beantown gab und überhaupt alles.

Manchmal fragte sich Snacky Cracky, warum er eigentlich noch bei Bananagirl war, wo sie doch so eine launische, verzogene Göre war. Aber wenn sie dann mal wieder die Stadt gerettet hatte, waren alle Zweifel wieder vergessen.

Schon von weitem sahen sie den großen Bohnenturm, den die Lemminge errichtet hatten und von dem aus sie die ganze Stadt überwachten. Und als sie sich der Stadt näherten, konnten sie es schon von weitem riechen. Bohnenpupse! Lemmingige Bohnenpupse, Millionen, die die ganze Stadt mit einem hypnotischen Gas eindeckten. Bananagirl verzog das Gesicht, als sie es roch, und hielt sich einen Ärmel vor die Nase. SIE würden die Lemminge nicht mit ihrem Gas hypnotisieren.

Doch Snacky Cracky war nicht so schnell und daher erwischte ihn eine Wolke Hypnosegas voll und er kippte einfach um.


Als er wieder zu sich kam, schmeckte er Bananen. Er öffnete die Augen und stellte fest, dass Bananagirl ihn mit Banananenmatsch eingerieben hatte.

"Was ist passiert" fragte er.

"Die Lemmingpupse haben dich erwischt. Du hast irgendwas von wegen 'Heil dem großen Bohnenkönig' und so ein Zeug gebrabbelt. Da hab ich dich dann zum Schutz mit Bananen eingerieben. Du solltest aufpassen, dass sie dich nicht nochmal erwischen. Und jetzt solltest du weiter rudern, wir sind nämlich bald da!"

Und tatsächlich, am Ufer standen schon die ersten Häuser der Stadt. Und unübersehbar lag vor ihnen der aus Bohnen errichtete Lemmingturm.

"Komm, weiter, den Turm anschauen kannst du auch später noch!" erklärte Bananagirl.

Also ruderte Snacky Cracky weiter, während er durch den Bananenmatsch in seinem Gesicht atmete. Als sie schließlich nah genug am Ufer waren, sprang Bananagirl an Land und rief "Tatatataaaa! Bananagirl!" und reckte ihre Arme in superheldischer Pose. Doch es war – mal wieder – niemand da, um ihren grandiosen Auftritt zu sehen. Snacky Cracky zog das Boot ans Ufer und machte es fest, während Bananagirl auf ihren hochhackigen Schuhen im Bananenoutfit über den staubigen Platz stapfte.

Sie konnten das Mümmeln der Lemminge bis hier hören. Wie wollte sie die nur bekämpfen? Doch Bananagirl schien einen Plan zu haben, also beeilte Snacky Cracky sich, ihr zu folgen. Fünf Minuten später standen sie am Fuße des Bohnenturms. Hunderte hypnotisierte Leute kamen und brachten weitere Bohnen für die Lemminge und gingen dann wieder, um noch mehr Bohnen zu holen. Und obwohl die Lemminge fraßen und pupsten, was das Zeug hielt, wuchs der Turm immer weiter.

Bananagirl fing an, ganz viele Bananen aus ihrem Ärmel zu ziehen. Snacky Cracky fand es immer wieder seltsam, dass sie tonnenweise Bananen hervorzaubern konnte, aber Superkräfte musste man ja auch nicht immer verstehen. Sie warf die Bananen auf den Boden und Snacky Cracky und sie sprangen drauf, um sie auszuquetschen und so die ankommenden Bohnen mit Bananenpaste zu überziehen.

"Mal sehen", erklärte sie "ob die noch pupsen können, wenn sie Verstopfung haben!" Und dazu lachte sie hinterhältig.


Eine Stunde später meinte sie, dass es nun wohl genug sei. Bananagirl und Snacky Cracky waren über und über mit Bananenmatsch bedeckt. So betraten sie den Bohnenturm, um den König der Bohnenlemminge zum Duell zu stellen. Sie mussten über Kubikmeterweise Bohnen klettern, um nach oben zu kommen. Immer wieder kamen sie dabei an Lemmingen vorbei, die sich krümmten und stöhnten – wohl Verstopfung, vermuteten sie.

Im obersten Stock trafen sie dann auf eine große Gruppe Bohnenlemminge und in der Mitte in einem Bad aus Bohnen saß er – der König der Lemminge – und funkelte sie böse an.

"Duuuu!" rief er.

"Genau, ich, Bananagirl – Tatatataaa!"

"Du wirst meinen Plan nicht zunichte machen", erklärte der Lemmingkönig, "denn meine Lemminge werden auch dich erwischen!"

Bananagirl lachte nur. "Deine Lemminge machen gar nichts, die krümmen sich nur vor Schmerzen."

"Aber meine Geheimarmee wird dich erwischen..."

Und damit gab der König mit seiner Pfote einen Wink, woraufhin sich hinter seiner Königthronbadewanne die Wand öffnete und eine Gruppe Lemminge mit Stahlpanzer schwerfällig herein kamen.

"Schnappt sie euch!"

Bananagirl war im ersten Moment überrascht, doch sie fing sich schnell. Wieder zog sie Bananen aus dem Ärmel und warf sie Snacky Cracky zu, der sie so schnell er konnte weiter auf die Lemminge warf. Anfangs machte ihnen das nichts aus, doch irgendwann begannen die Schalen, sich in den Gelenken der Rüstungen zu verklemmen und einer nach dem anderen konnte sich nicht mehr bewegen. Zu ihrem Glück waren die Lemminge in den Rüstungen zu schwerfällig, um schnell anzugreifen, so dass sie alle aufhalten konnten.

Doch die Zeit hatte der Lemmingkönig natürlich genutzt und war über ein Bohnenrutsche geflohen. Banangirl und Snacky Cracky folgten ihm noch, doch er war bereits im Wald verschwunden, als sie unten ankamen. Und auch die anderen Lemminge hatten den Bohnenturm verlassen.

Langsam kamen dafür die Bewohner von Beantown wieder zu Verstand und als Banangirl die ganze Story erzählt hatte, feierten sie ihre Heldin bis spät in die Nacht.

hoch

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