Morgens, halb 10 in Deutschland

Dramatis Personae:

Angelina (Tussi)

Sancho (Gangster)

Giacomo (Gangster)

Bernd (Kellner)

Jason (Angelinas Hündchen)

Setting:

Verrauchtes Hinterzimmer einer Bar

halb 10 Uhr morgens

Sancho betritt den Raum, setzt sich hin.

Kellner: Wollen Sie was trinken?

Sancho: Ja, einen doppelten Jack on the rocks, please.

Kellner: Möchten sie eine Prise Salz in Ihrem Jack on the rocks?

Sancho: Was soll das denn jetzt heißen? Willst du mich verarschen, du Wichser?

Kellner: Okay, also mit Salz.

Sancho: Wenn du noch mal Salz sagst, brichst du dir den Hals!

Kellner: Sehr wohl, der Herr.

Sancho zückt eine Zigarre aus dem Hemd, zündet sie an und raucht.

Kellner bringt das Getränk.

Kellner: Bittesehr.

Sancho: Wie jetzt, das glaub ich nicht, das ist ja wohl kein Doppelter.

Kellner: Es ist ja auch kein Black Jack, sondern Sanddornsaft.

Sancho: Pass bloß auf, wenn ich in 30 Sekunden keinen doppelten Black Jack hier auf dem Tisch stehen hab...

Kellner: Ich bitte um Vergebung, der Herr, aber dies ist eine alkoholfreie Kneipe.

Sancho nimmt einen weiteren Zug aus seiner Zigarre und hustet.

Die Tür geht auf, Giacomo und Angelina kommen rein. Angelina geht aufs Klo, Nase pudern. Giacomo richtet seine Krawatte, gibt dem Kellner zu verstehen, dass er einen Whiskey möchte und setzt sich zu Sancho.

Kellner: Verzeihung, der Herr, ich kann Ihnen Whyskey-Ersatz aus Tofu anbieten.

Giacomo: Ich kann dir Zahnersatz aus Blei anbieten. Ich will einen Whiskey.

Kellner: Waffen sind an der Bar abzugeben.

Giacomo richtet sich auf und will die Waffe ziehen, da kommt Angelina wieder.

Angelina: Wo ist mein Hund?

Kellner: Hunde sind hier nicht erlaubt.

Giacomo: Cara, setz' dich neben mich.

Angelina: Aber ich bin doch Angelina und nicht Cara!

Angelina ohrfeigt Giacomo.

Giacomo (zerknirscht): Aber das ist doch ein Kosewort!

Angelina: Oh! Es tut mir so leid, Giacomo...

Angelina setzt sich auf Giacomos Schoß.

Kellner: Möchten Sie etwas trinken, die Dame?

Angelina: Giacomo, soll ich etwas trinken?

Giacomo: Sie möchte einen doppelten Whiskey.

Angelina: Oh, Giacomo! Du hast ja so gute Ideen...!

Kellner: Ich bringe einen doppelten Tofu-Whiskey.

Kellner ab.

Sancho: So. Damit wären wir verdammt noch mal echt krass vollzählig.

Angelina: Oh Giacomo, was ist das, wer ist dieser Mensch?

Giacomo: Du hörst jetzt mal weg, Cara. Das ist geschäftlich.

Angelina: Aber Giacomo! Ich mache mir doch solche Sorgen!

Giacomo: Ist ja schon gut, Süße, ist ja schon gut.

Sancho: Righty, righty, right, meine Freunde, lasst uns zur Sache kommen!

Giacomo: Worum geht es eigentlich?

Sancho: Wie jetzt, du weißt nicht, worum's geht?

Giacomo: Nein, ich dachte, du hast uns hierher bestellt? Bist du nicht ***GroßeMöpse2000***?

Sancho: Soll das heißen, dass ich schwul bin, Alter?!

Giacomo: Wow, wow, so war das nicht gemeint...

Angelina: Soll ich ihn bekehren?

Giacomo wirft Angelina einen bösen Blick zu.

Giacomo: Was soll das denn? Du bleibst mal slchön ruhig.

Angelina: Aber Giacomo, ich wollte dir nur einen Gefallen tun...

Giacomo: Du kannst mir später einen gefallen tun, und jetzt hör wieder weg.

Draußen hört man Kinder lachen und quietschende Reifen.

Kellner kehrt zurück.

Kellner: Der Tofu-Whiskey ist leider aus.

Giacomo gibt eine Salve italienischer Flüche von sich.

Kellner: ich kann Ihnen stattdessen ein Glas heißen Himbeersaft anbieten.

Giacomo: Was ist denn das für ein Saftladen hier?

Angelina: Oh, ist das etwa ein unanständiges Angebot?

Kellner: Sehr wohl, die Dame.

Giacomo: MERDA! Ti amazzerò, cornuto!

Giacomo zieht die Waffe und schießt. Im selben Moment wirft sich Angelina an seinen Hals. Der Schuss trifft die Deckenbeleuchtung. Alles wird dunkel.

Sanchos Auto ist geklaut worden.

Sancho: Scheiße! Jetzt sieht man gar nix mehr! Das ist die richtige Gelegenheit, mal nach meinem Auto zu gucken.

Sancho ab.

Kellner: Sie finden mich hinter der Bar.

Kellner ab.

Giacomo (zu Angelina): Dann können wir ja jetzt ein Nümmerchen schieben.

Angelina: Ich muss erstmal mein Hündchen finden.

Giacomo: Ich weiß, wo dein Hündchen ist...

Angelina: Giacomo, was sagst du da?

Giacomo: Ich weiß wirklich, wo dein Hund ist, vertrau mir!

Giacomo zieht Angelina mit in Richtung Toilette. Sobald sie verschwunden sind, erschallt Gezeter im Hintergrund.

Angelina: Giacomo! Ich bin eine anständige Frau!

Kellner geistert derweil durch das Dunkel, stellt eine Kerze auf den Tisch, tritt dem Hund auf den Schwanz, dieser jault.

Angelina: Jason! Mein Jason!

Angelina kommt in Slip und BH aus der Toilette gerannt.

Die Außentür fliegt auf und Sancho kommt wieder.

Sancho: Verdammte, krasse Scheiße. Die Mistgö-

Sancho glotzt Angelina an, ihm bleibt der Atem weg.

Sancho: -ren haben mein Auto geklaut – Ma – Ma – Mada – Verdammte krasse Scheiße, du bist ja nackt!

Angelina (kreischt): Giacomo, rette mich!

Angelina tritt Jason auf den Schwanz.

Jason jault und schnappt.

Angelina: Du ungezogener Köter!

Angelina schüttelt das Bein, Köter bleibt hängen, wird durch die Luft geschleudert.

Kellner: Ruhe! Ich bin vom Padrone beauftragt worden, Sie zu testen und zu beobachten. Sie dürfen auf seinem 40. Geburtstag die ehrenwerte Gesellschaft unterhalten.

Angelina (schreit): Sie Grobian, Sie grober Hund! Jason, fass!

Jason zerfetzt die Kehle des Kellners.

Angelina fällt in Ohnmacht.

Angelina: Ich kann kein Blut sehen!

Giacomo steht derangiert im Türeingang der Toilette, gelöste Krawatte, geöffneter Hosenstall, zerknautscht.

Giacomo: Verdammt. Dafür kann ich keine Zeugen gebrauchen.

Sancho: Ich auch nicht.

Beide ziehen, drücken ab, der Vorhang fällt.

hoch

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Genres:
* Drama *


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