Der Quotenmann


Der Quotenmann kommt in dieser Geschichte nicht vor.

Das mag Frau Merkel enttäuschen, aber auch sie kommt nicht wirklich vor, kann sich also nicht beschweren.

Nach den Gesetzen der Quantenchromodynamik besteht jedoch die 0,00000000001%ige Wahrscheinlichkeit, dass Frau Merkel und der Quotenmann sich in einem Paralleluniversum befinden und sich dort bester Gesundheit erfreuen.

Der Panda, um den es in dieser Geschichte geht, versteht allerdings relativ wenig von Quantenchromodynamik.

Dies könnte damit zusammenhängen, dass er einen Kopp wie’n Sieb hat.

Das hat jedoch den Vorteil, dass sein Bilderbuch jedes Mal aufs Neue eine spannende Geschichte enthält.

Eines Tages bekam er eine Einladung von Kleopatra, sie doch mal in ihrer Pyramide zu besuchen.

Er überlegte eine ganze Weile, ob er die Einladung annehmen solle und wer eigentlich diese Kleopatra war, beschloss jedoch, sich trotz einer leichten Magenverstimmung auf den Weg zu der netten (wenn auch unbekannten... glaubte er, er war nicht ganz sicher) Dame zu machen.

Er setzte sich in ein Shuttle und flog mit Warp 10 nach Ägypten, auch wenn er nicht wusste, wie er zu der Annahme kam, dass sie dort wohnte.

Das Shuttle stürzte zwar im Mittelmeer ab und versank in den Fluten, doch der Panda hatte Glück und konnte sich mit Hilfe eines Seepferdchens retten.

"Keine Angst, mir geht’s gut!", rief er fröhlich winkend den (zugegebenermaßen relativ gleichgültigen) Wellen zu.

"What the fuck?", riefen die Wellen.

Als der Panda so auf dem Seepferdchen in wilden Schlangenlinien durchs Mittelmeer ritt, bekam er Hunger und dachte: "Ich gäbe alle Damen dieser Welt für einen Pfannkuchen her!”

"Ich gäbe alle Pfannkuchen dieser Welt für eine schöne Dame her – wenn ich Pfannkuchen hätte", erwiderte ein grummeliger Schiffbrüchiger zu seiner Linken.

Als der Panda dies vernahm, war er wie elektrisiert, denn plötzlich erinnerte er sich an sein früheres Leben als Seifenoperndarstellerin und, seiner eigentlichen sexuellen Identität bewusst, warf er sich in die Arme des Schiffbrüchigen.

"Ich war eine berühmte Seifenoperndarstellerin", deklamierte er, "bis ich über den Begriff ‚Diabetes mellitus’ stolperte.

Damit war meine Karriere zu Ende, und ich fristete den Rest meines kläglichen Lebens als Gespielin einer ekligen Schmalzlocke.

Der interessierte sich nur für das Tantra der linken Hand."

Schließlich hatte der Panda genug von dem Schiffbrüchigen und ritt auf seinem Seepferdchen weiter Richtung Ägypten.

Der arme Schiffbrüchige starrte ihm nur kariert hinterher.

Der Panda kniff seine Äuglein zusammen und legte ein Pfötchen ans Näschen, um einen Ausruf der Verzückung von sich zu geben, da er soeben Treibgut erspäht hatte – es handelte sich um eine Ladung psychologisch-philosophischen Abfalls.

Dieser war trotz dem Dauerregen, der seit Tagen über dem Mittelmeer fiel, noch gut erhalten.

"Psychologisch-philosophischer Abfall!", rief der Panda aus, "wie faszinierend!

Das ist sicherlich ein gutes Gastgeschenk für Kleopatra... vielleicht kann ich daraus einen Aufkleber machen.

Ähm... jaaaa. Nein. Vielleicht aber auch nicht", dachte er sich und warf das Treibgut wieder ins Meer.

Dummerweise hatte er den Längenausdehnungskoeffizienten von psychologisch-philosophischem Abfall vergessen (er hatte schließlich einen Kopp wie’n Sieb) und wurde von dem sich im warmen Mittelmeerwasser ausdehnenden Treibgut von seinem aquatischen Ross geworfen.

Der Panda wollte das verdammte Mistviech mit wüsten Gewaltausdrücken bedenken und seine Herkunft infrage stellen, doch es fiel ihm ein, dass es den Ausdruck "Hurenneutrum" nicht gab.

Da jedoch die Küste von Ägypten schon in Sicht war, packte er das Tier, zerrte es an Land und tötete es, denn er wollte seine Ribonukleinsäure als Gastgeschenk für Kleopatra mitnehmen.

"Das gefällt ihr bestimmt so gut, dass sie mir einen Keks gibt", freute er sich.

Bevor er jedoch die Möglichkeit hatte, seine Hypothese zu prüfen, verschwamm sein Blickfeld auf merkwürdige Weise, und er stellte fest, dass er nach wie vor zu Hause an seinem Küchentisch saß und vor ihm eine Flasche Wodka stand – und die war leer.

hoch

------------------------------------------------------


Genres:
* Prosa *


------------------------------------------------------

Hier könnt Ihr dem Autor Feedback zukommen lassen.

Eure Emailadresse für Rückfragen (optional):

Euer Name

Hier ist ganz viel Platz für Eure Anmerkungen: