Tee und Käsekuchen

Am Ende der Straße begann der Wald.
In einem Haus mittendrin wohnte die Hexe.
Sie war nicht sehr hübsch und war schon recht alt.
In ihres Hauses Mitte stand ein Kessel, der
beständig kleckste.

Unbeschwert schlenderte er den Weg entlang und sang.
Die Luft war süß, der Wald war still,
und sein Fußmarsch war schon lang.
Da wurd' er müde und sagte: "Ich will
ein schönes Nachtlager mir suchen."

Er hielt die Nase in die Luft: "Wonach riecht es hier?
Mich dünkt, ich rieche Tee und Käsekuchen ..."
So fand er das Haus und stand vor der Tür.
Er hob die Hand um zu klopfen, da öffnete schon
die Hexe: "Du Narr, du Tor, was willst du hier?"

"Wie kannst du das sagen, ich bin doch dein Sohn!
He Alte, haste'n Bier?"
Doch die Hexe schrie: "Nicht ohne Grund hab ich dich verjagt!"
Und sie hob die Hand mit dem Messer
Der Tölpel weinte: "Nicht ohne Schmerz hab ich das beklagt!"

"Gnade soll walten und dein Gesicht – sei voller Mitesser!"
Da wurde er rot und Griff nach der alten Sense.
Mit der schlug er zu – doch die Tür war zu schmal.
Die Klinge klemmte und die Hexe sprach: "Wennse
morgen noch klemmt, erscheint die gute Fee hinter dem Pfahl."

Da fiel er auf die Knie und schrie:
"Ich habe dir nichts zu sagen!
Bin doch kein Genie ...
Aber dir blöden Vettel geht es noch an den Kragen!"
Da erschien die gute Fee Kriemhilde.

"Die Schönheitscreme, die du alte Hexe begehrst",
säuselte sie und lächelte milde,
"ist ausverkauft, und wie du damit verfährst,
mit deine Falten und Furchen, das musst du selber wissen."
"Oh weh, oh weh, der Teufel wird mich nun nicht begehren."

"Auch das noch", sagte der Sohn, "jetzt ist meine Lage echt beschissen."
"Genau", sagte die Hexe: "Töte sie! Ich will ihre Schönheit verzehren."
Und die Hexe begann nun, völlig durchzudrehen.
Sie schleuderte das Messer mit einem Fluch auf die Fee.
Kriemhilds Blut tropfte vom Hals bis auf die nackten Zehen.

"Und du frisst als Ziege grünen Klee!",
schrie Kriemhild, als sie zerrann.
Der Sohn band der Ziege einen Strick um den Hals
und winkte Kriemhild zum Abschied dann
und verkaufte die Ziege für ein Fass Hopfen und Malz.

"Damit mach ich die Mädels besoffen,
dann steht mir die Welt und die Liebe offen."

(Lydia, Markus, Peter, Silke, Ute, 24.1.10)


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Genres:
* Poesie * Märchen *


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