Endlich Urlaub!

Der Elch sprang ins Flugzeug nach Teneriffa, denn er brauchte mal Erholung!

Auf der Insel packte er die Sonnenbrille raus und zog die dicke Winterjacke aus. Am nächsten Morgen ging es auf den Teide. Er hatte extra einen Wanderrucksack am Flughafen gekauft, denn die Kaninchen aus der WG entpuppten sich als blinde Passagiere. Die Beiden steckte er oben in den Rucksack rein und los ging das Wandern.

Er wählte eine mittelschwere Route aus, damit es nicht zu unbequem, aber auch nicht zu einfach werden würde. Der erste Teil des Weges verlief eben, sodass er sich schon freute, das Richtige ausgesucht zu haben. So liefen die drei vergnügt zwischen den Bergen umher und scherzten, bis sie meinten, eine wohlverdiente Pause einlegen zu können. Sie suchten ein stilles Plätzchen und ließen sich die Brote schmecken. Nach der Stärkung liefen sie um eine Biegung und suchten den Weg. Man konnte ihn nicht mehr recht erkennen, denn hier war Lavagestein. Also kletterte der Elch auf gut Glück über das Geröll und hoffte, dass er nicht abrutschte, denn es war ganz schön hoch und an einem Abgrund gelegen. Auf dem nächsten Vorsprung angekommen, gab es eine herrliche Aussicht. Die Kaninchen holten den Fotoapparat raus und knipsten wie wild drauf los. Dann folgten sie drei anderen Touris, denn der Weg wurde nicht besser.

Nach einem holprigen, schmalen Weg, der abwärts führte, verloren sie nicht nur die Sicht auf die anderen, sondern auch der Weg ließ sie im Stich. So standen sie mitten auf ersteinter Lava und zwischen Gestrüpp und wussten nicht weiter. Der Elch holte die Kaninchen aus dem Rucksack, damit sie zu dritt suchen konnten. Sie hüpften hier, schnüffelten und forschten dort und kraxelten der Nase nach.

"Ich hab ihn!"

"Nein, hier geht’s lang!", hörte man nur von Weitem.

Aber auch das: " Ich hab keinen Lust mehr!"

Und: "Ich muss mal Pipi!"

Irgendwann waren sie im Tal und das zweite Drittel des Weges geschafft. Endlich gab es auch wieder einen Hinweis, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Der Pfeil zeigte an, dass es nun wieder aufwärts ging. Auf halber Höhe sagte ein Kaninchen:

"Da geh ich nicht rauf! Das ist viel zu hoch!"

Der Elch drehte sich um und meinte: "Los, das schaffst du!"

"Nein, Nein!", sagte da das Kaninchen, seine Barthaare zitterten und es hatte ängstliche, große Augen.

"Aber es ist der einzige Weg! Oder wir müssen alles zurücklaufen!", ärgerte sich der Elch schon.

"Das ist genauso doof!", antwortete das Langohr, "kann man uns nicht mit dem Auto abholen? Ich habe solche Angst!"

Und das Kaninchen weinte Krokodilstränen.

Das zweite Kaninchen hielt das nicht aus und so jammerten beide im Chor dem Elch die Ohren voll.

"Jetzt reißt euch mal zusammen, da hinten war eine Abzweigung! Wir müssen zurück und kommen vielleicht zur Straße.", grummelte der Elch.

Die zwei hörten auf zu heulen und sahen den Elch schniefend an.

"Wirklich?"

"Ja!", raunzte er entnervt, hätte er doch bloß die beiden zuhause gelassen!

Sie liefen zurück ins Tal und von da ab ging es schnurstracks querfeldein zur Straße, die sie entfernt hören konnten.

Die Sonne sank schon und es wurde kühl und dunkel.

"Beeilt euch! Hopst in den Rucksack, ich will nicht im Dunkeln sitzen bleiben!"

Mit Adrenalin rannten sie durch die Steinwüste und erreichten kurz vor Sonnenuntergang die rettende Straße. Sie jubelten erleichtert, konnten ihr Glück kaum fassen und trampten zurück ins Hotel.

Dort fielen sie ins Bett und schnarchten bis zum Morgen. Der Elch hoffte beim Aufwachen nur, dass er beim nächsten Urlaub allein reisen würde.

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