Kunst und Mathematik

Als Wolfgang Amadeus Mozart 1791 nach Prag reiste, zur Krönung von Leopold I. schrieb er hastig in der dahin holpernden Kutsche die Noten zum Manuskript. Wie sollten die Arien und Chöre klingen, in diesem dunklen Land, in Zeiten der Widersprüche, die nur keiner zu bemerken schien?

Caterino Mazzolà hatte ein Manuskript mit folgendem Inhalt geliefert: Rudolfo liebt Anna, die seine Liebe nicht erwidert. Anna wünscht sich, dass Rudolfo Titus ermordet. Und wie weiter? Eklig und nicht notwendig, dachte Mozart, aber er komponierte entgegen alle Vernunft weiter: Tam, tam, tam, ein viertel, ein achtel, Kunst ist Mathematik, Mathematik ist Kunst.

Titus überlebt das Massaker – getragene Chorgesänge unterstreichen das – und verzeiht dem Mörder, welch noble Geste, ohne die wir alle zu Barbaren geworden wären! Rudolfo verzeiht

Anna, die ihn nun doch liebt und geht freudig ins Gefängnis, wodurch wir einen Verbrecher weniger herum zu laufen haben, was eine heile Welt herstellen kann. Oder etwa nicht?

Ach ja. Die Rede ist hier von der Oper "La clemenza di Tito", von Wolfgang Amadeus Mozart, die bis heute keine rechte Würdigung erfahren hat, was ein Fehler ist, denn sie könnte ein Lebensretter sein.

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Genres:
* Prosa * Alltagsgeschichten *


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