Probleme auf der ISS

von Robin Spatiale

Charlette und Larry betrachten die Erde. Sie sind die neuen Astronauten auf der ISS.

"Raumanzüge sind entschieden unmodisch," sagt sie philosophisch zu ihm, als sie gemeinsam vor der Luke schweben und den Planeten unter sich betrachteten. "Zuhause hab ich so schöne Tops, aber hier ist alles nur grau und weiß und metallisch."

"So ist das nun mal im Weltraum," antwortet er ihr. "Da muss alles praktisch und funktional sein."

"Aber in diesen Anzügen," erwidert sei, "da fühle ich mich so unwohl. So unweiblich."

"Vielleicht sollten wir die Anzüge für eine Weile ausziehen," schlägt er ihr vor.

"Meinst du, wir könnten," fragt sie unsicher.

"Warum nicht," fragt er zurück.

"Nun ja," entgegnet sie, "es ist doch alles hier kameraüberwacht."

"Ja und? Wen interessiert es, was Astronauten unter ihren Raumanzügen tragen? Raumfahrt ist doch voll out. Damals, als das Rennen um den Mond noch lief, da wäre das was gewesen, aber heutzutage?"

"Stimmt," entgegnet sie und setzt ihren Raumfahrerhelm ab. Auch er beginnt nun, seinen Helm auszuziehen.

"Ground Control an ISS" ertönt eine Stimme aus dem Off. "Was machen Sie da oben?"

Charlette schwebt in das Modul mit der Funkstation. "Hier ISS. Unsere Experimente für diese Woche sind abgeschlossen und jetzt machen wir es uns ein wenig bequem."

"Halten Sie das für eine gute Idee?"

Larry kam in das Funkmodul geschwebt.

"Natürlich ist es das."

"Die Sicherheitsbestimmungen..."

"Nix Sicherheitsbestimmungen, auch wir haben ein Anrecht auf Freizeit. ISS over und aus."

"Laut Sicherheitsbestimmungen Paragraph 34b, Absatz IIIa, Zeile 4..."

Larry zwängt sich weiter in das Modul und betätigt den Lautstärkeregler und dreht ihn soweit runter, das die Rufe des Bodenkontrollzentrums nur noch ein leises Murmeln sind.

Die beiden Astronauten schweben wieder in das Labor, das der größte Raum der Station ist und versuchen sich dort, aus den Raumanzügen zu winden.

Es ist gar nicht so leicht, wenn einen jede Bewegung komplett dreht oder gegen eine Wand schweben lässt. Erst als sie sich gegenseitig helfen, gelingt es ihnen, die klobigen Anzüge von Armen und Beinen zu ziehen.

"Ich hab ne Idee," schlägt Charlette vor, als sie ihre Anzüge los sind. "Warum legen wir die Anzüge nicht vor die Kameras? Dann haben wir mehr Privatsphäre."

"Ich weiß nicht," wendet Larry ein, "das gibt bestimmt Ärger."

"Ach was, wir lassen es einfach wie Zufall aussehen. Hier gibt es nur zwei Kameras, wenn wir die gleichzeitig bedecken, sehen sie nix."

Zwei Minuten später zeigen die Überwachungskameras im Kontrollzentrum nur noch blaue und rote Streifen.

"Ich habe mal gehört," meint Larry zu Charlette, als sie unter sich sind, "dass die Russen das mit Sex im Weltraum mal versucht haben."

"Haben Sie's geschafft?"

"Ich glaube schon."

"Ich stell mir das schwierig vor," überlegt Charlette.

"Ich weiß nicht."

"Vielleicht sollten wir es mal versuchen? Ich bin da echt neugierig, ob das geht."

"Meinst du?"

"Warum nicht. Wir nennen es wissenschaftliche Experimente."

"Das wäre dann also Arbeitszeit," erwidert Larry erfreut.

"Genau."

Larry stößt sich an der Wand ab und schwebt zu Charlette, um ihr beim ausziehen behilflich zu sein. Als sie sich treffen, verpasst sie ihm einen dicken Kuss auf den Mund, den er nach kurzer Überraschungszeit erwidert. Während sie sich überall streicheln, ziehen sie sich ihre entschieden unromantische Astronautenunterwäsche aus.

"So unbekleidet siehst du viel besser aus," säuselt Larry Charlette ins Ohr, als er an ihrem Kopf vorbeischwebt.

"Du aber auch," ist ihre Antwort, während sie ihre Hände über seinen Rücken gleiten lässt, oder vielmehr während sein Rücken an ihren Händen vorbeigleitet. Larry fasst nach ihren Füßen, als er sie erreicht und sie schweben einen kurzen Moment zusammen, doch er zieht etwas zu fest an ihr, so dass sie nun wieder andersrum an ihm vorbeischwebt. Als ihre Gesichter in der Nähe sind, versucht er sie zu küssen, doch als Reaktion darauf schwebt sein Körper, Beine voraus, von ihr weg. Als sich ihre Lippen berühren, treibt auch sein Kopf von ihr weg und ein paar Sekunden später stoßen seine nackten Füße gegen die Außenwand der Station.

Als sie erneut aufeinander zuschweben, umarmen sie sich und halten sich aneinander fest. Sie küssen und streicheln und liebkosen sich und taumelnd dabei zu zweit durch die Raumstation. Richtig problematisch wird das ganze jedoch, als er versucht, in sie einzudringen, denen die heftigeren Bewegungen bringen sie noch mehr zu taumeln und immer wieder stoßen sie an eine Wand. Auch haben sie das Problem, das sie immer voneinander weg schweben und sich mit Kraft zurück ziehen müssen, damit sie nicht getrennt werden.

"Wie haben die Russen das bloß geschafft? Das ist ja noch anstrengender als Sex im stehen," stöhnt Larry, als sie wiedereinmal voneinander weggeflogen sind.

Im Laufe der nächsten Stunden versuchen sie noch ein paar weitere Stellungen, doch irgendwann geben sie auf, weil es mehr anstrengend ist als das es ihnen Spaß macht.

"Weißt du was," überlegt Larry, "lass uns doch einfach die Russen anrufen und fragen, wie die das gemacht haben."

Zwei Minuten später sind sie, die Überwachungskameras dort ignorierend, im Funkmodul und sprechen mit der russischen Bodenstation. Sie haben Glück, denn ein alter Astronaut von der Mir ist grade zu Besuch und kann ihre Frage beantworten.

"Ja," erklärt er, "das hat uns am Anfang auch Schwierigkeiten bereitet. Am besten geht's in der 69er Position, mit Hilfe von ein paar Seilen haben wir uns auch mal an der Wand festgebunden, so konnten wir auch Geschlechtsverkehr haben. Oder eben, das jemand drittes hilft, aber wenn ich's richtig überblicke, sind sie ja im Moment nur zu zweit."

"Danke für den Tipp," erwidert Larry. "ISS Over und Aus."

Kurz darauf sind sie wieder im Labor. Der alte Russe hatte recht, die 69er Position macht wirklich sehr viel Spaß. Nach einiger Zeit schweben Sie zu einem Durchgang, in dem sich Charlette mit Händen und Beinen festklemmt und Larry auch, so dass sie nicht wegschweben.

Zwei Stunden später schweben sie beide erschöpft und eng umschlungen aber glücklich durch das Labor und werden dabei von Satelliten aus Flüssigkeitströpfchen umkreist, die überall in der Station herumschwirren und immer wieder gegen die Instrumente, Computer und auch die beiden Astronauten prallen.


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